Wieso Haut in der heutigen Zeit eine systematische Pflege braucht

Eine moderne Hautpflege zeichnet sich heute durch eine ganzheitliche Anwendung aus, um den Bedürfnissen der Haut in ihrer Gesamtheit gerecht zu werden. Dabei kommt der Systematik einzelner, aufeinander abgestimmter Schritte während der Anwendung eine besondere Schlüsselrolle zu. Regelmäßige Reinigung, Peeling, Feuchtigkeitsspende und Lichtschutz in ebenso dieser Reihenfolge gehören zu den elementaren Schritten, die eine ganzheitliche Hautpflege ausmachen. Darüber hinaus kann durch Nutzung von wirkstoffkosmetischen Produkten, sogenannte Cosmeceuticals, Einfluss auf die Alterung der Haut genommen werden.

Extrinsische Umweltfaktoren haben Einfluss auf die Prozesse der Haut

Die Haut wird in der heutigen Zeit durch äußere Einflüsse, aber auch durch prozessierte Nahrung von innen heraus, sehr stark beansprucht. Besonders Feinstaubpartikeln neigen dazu, sich unwiderruflich auf der Hautoberfläche abzusetzen und dort zu verbleiben. Zusammen mit Licht und Sauerstoff können diese dort als Katalysatoren für chemische Reaktionen mit Sauerstoff wirken, die der Haut nachhaltig Schäden zufügen können. Darüber hinaus setzen Feinstaubpartikeln die Haut so stark zu, dass die Sekretion von Schweiss und Lipiden aus den Drüsen/Poren beeinträchtigt wird, indem sie diese verstopfen. Eine systematische Pflege setzt genau hier an, und befreit die Hautoberfläche von Schmutz und Hautschuppen. Dazu unterstützt sie die Prozesse zur Erhaltung der Hautfunktionalität. Bei regelmäßiger Anwendung stellt sich damit ein verbessertes, ebeneres Hautbild ein.

Grundlegendes zur Haut

Die Haut stellt die äußerste Schicht des menschlichen Organismus dar. Sie ist ständig damit beschäftigt, eine intakte Hautbarriere aufrecht zu erhalten, um den Körper vor äußeren Einflüssen zu schützen. So sollen einerseits Keime und schädigende Stoffe davon abgehalten werden, in den Organismus einzudringen. Andererseits hält die Hautbarriere wichtige Stoffe wie Wasser davon ab, nach außen zu entweichen, um einem Austrocknen des Körpers entgegenzuwirken.

Die Hornschicht

Die Hornschicht, das stratum corneum, muss durch die starke Beanspruchung von äußeren Einflüssen ständig erneuert werden. Ein vollständiger Austausch der Hornschicht, der sogenannte SC turn over, lässt sich auf ungefähr 24 Tage, also rund 4 Wochen, bemessen. In seinem Ursprung wird die Hornschicht aus Zellen der unteren Hautschichten, der belebten epidermalen Schicht, gebildet, indem diese nach und nach zur Oberfläche hin wandern und sich nach einem genetisch festgelegten Programm gezielt verändern. Über den Transport an die oberste Front verlieren diese ihre Funktionalität, so dass, an der Oberfläche angekommen, sie eigentlich nur noch eine Schicht aus abgestorbenen Hautzellen darstellen. Diese besitzen zwar noch eine minimale Stoffwechselaktivität, mit der Lipide gebildet werden. Das hat aber nicht mehr wirklich etwas mit dem Stoffwechsel einer vitalen Zellen zu tun. An der äußersten Schicht werden die gebildeten Hornschichtzellen, die Keratinozyten, regelmäßig in Form von Hautschuppen abgestoßen und durch neu gebildete ersetzt.

Die Drüsen/Poren

Drüsen sind effektive Regulatoren, über die mehrere Prozesse gesteuert werden. Sie spielen eine wichtige Rolle für die Regulation der Körpertemperatur. Bei Gefahr einer Überhitzung geben sie wässriges Sekret, der Schweiss, nach aussen hin ab. Der Schweiss verdunstet in der Folge auf der Oberfläche und kühlt über einen physikalischen Wärmetransfer die Haut ab. Andererseits sind Drüsen wichtige Regulatoren für die Ausbildung des natürlichen Lipidfilms durch Abgabe von Fetten sowie für den Aufbau des natürlichen Lichtschutzes durch Sekretion von Antioxidantien.

Entstehung von Mitessern, Pickeln und Akne

Die parallel laufenden Prozesse,  was die Bildung der Hornschicht und der Drüsensekretion umfasst, müssen nicht immer zwangsläufig miteinander harmonisieren. Hormone spielen in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle, da sie vor allem Einfluss auf die Aktivität der Drüsensekretion haben. Das ist auch ein Grund, weswegen Jugendliche viele Probleme mit ihrer Haut in Form von Akne haben, wenn sie keine Hautpflege betreiben. In Folge der Überproduktion an Hautschuppen kommt es vermehrt zu einem Verschließen der Drüsen (Pore). Kann das Sekret nicht abfließen, so staut es sich folgend in der Drüse an. Ein Komedo (Mitesser) bildet sich. Bei verharrender Verstopfung füllt sich die Pore mit neu gebildetem Sekret nach und nach wie ein Luftballon. Diese kann so stark gedehnt werden, bis sich der Inhalt schon nach aussen drücken kann. Das Phänomen kann man gut an dunklen Mitessern, den Blackheads, beobachten. Die schwarze Färbung kommt dabei durch die Reaktion des Sekretinhaltes mit dem Sauerstoff auf der Hautoberfläche zustande. In Mitessern befinden sich unglücklicherweise nicht nur das Sekret, sondern auch Bakterien, die zur natürlichen Hautflora gehören. Einige von denen fühlen sich unter den neu vorherrschenden Bedingungen sehr wohl. Darunter gehört auch der Stamm Propionibacterium acnes. Dieser spaltet triglyceride Verbindungen aus dem Sekret, woraus der Gehalt an freien Fettsäuren in der Pore steigt. Ist der Druck in der Pore irgendwann zu groß, reisst die Hautwand in der Pore auf Höhe der Dermis ein und das fermentierte Sekret plus der Bakterien setzen sich in der Dermis, der unteren Hautschicht, frei. In Folge führt das zu starken Entzündungsreaktionen, die zu einem eitrigen Pickel führen. Passiert das Aufreissen an mehreren Stellen auf einer verbreiteten Fläche, so kann sich daraus im Weiteren eine Akne ausbilden.

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